Dittigheimer Straße

Die Dittigheimer Straße führte vom Miltenberger Tor der oberen Vorstadt in Richtung Höhberg. Zu den Weinbergen dort. Und Richtung Dittigheim. Lag also vor der Voorschd. War Häuserlos. Aufgrund des Gefälles als Hohlweg angelegt. Inzwischen begleiten hohe Mauern den Weg zur Mühlboach, zum Brehmbach hinunter. Die Straße, die ein Weg ist, überrascht als Öffnung für interessante, unerwartete Möglichkeiten von Seitenblicke. Obwohl man das hier nicht erwartet. Zunächst der Buntsandstein des alten Gymnasiums. Umfasst mit Mauern aus Buntsandstein. Dann die erst 1903 errichtete alte Turnhalle. Ebenfalls hoch oben über Buntsandsteinmauern thronend. Reizvoll die Einmündung der Zehntgasse. Ein Blickfang im Seitenaus Büschemes. Ebenso lieblich die Anstiege der Wege zu den Gärten, Häusern. Ein Augenschmaus die Villa aus der Gründerzeit. Von vorne. Von der Zehntgasse aus kurios schmal wirkend. Da fehlt irgendwie dem stattlich von vorne auftretendem Haus die wahre Breite. Mit einiger Demut schauen wir auf die 1960er Moderne-Fabrikanten-Villa. Mit noch viel größerer Demut auf das ehemaligen Renaissance-Vortor vom oberen Stadteingang. Das nun der Rollenmühle, Halbigsmühle vorsteht.  Daneben rauscht der Mühlbach durch den Mühlengang der Rollenmühle, rauscht ein Ablaß Richtung des armen, zu stark eingezwängten Brehmbaches. Der visuelle Höhepunkt der Dittigheimer Straße ist erreicht mit dem Blick auf die Eisenbahnbrücke, auf den Rundbogen. Schöner geht es in Büscheme nicht. Einmalig. Aber auch der Blick zurück lohnt sich. Denn von hieraus sieht man den Büschemer Turm der Türme, den Türmersturm, und den nachgekommenen Hochstreber, den Kirchturm, in wunderbarer Gemeinsamkeit hoch hinaus gehend. Bei der Bahnbrücke muss inzwischen die Dittigheimer Straße selbst über eine Brücke ziehen, um die Umgehungsstraße B 27 kreuzungsfrei zu queren. Ein Teil der alten Führung der Dittigheimer Straße ist noch links vor dem Anstieg zur Brücke als Sackgasse vorhanden.


Büscheme und Dittiche trennten früher Welten, vor allem die Zugehörigkeit zu anderen Territorien. Büscheme Kurmainz, Dittiche nicht Kurmainz. Das machte eine Landwehr notwendig. An der Gemarkungsgrenze zu Dittigheim. Sowohl am Weg im Taubergrund als auch im höher gelegenen Weg unterhalb des Höhberges. Die Landwehr war ein Wall-Graben-Hecken-System. Mit diesem wurde ein Eindringen auf das eigene Territorium erschwert. Aber auch die Abfuhr von Beute aus dem Territorium, da nur an wenigen Engstellen ein Durchlaß bestand. Ob das Wall-Graben-Hecken-System durchgängig vom Höhberg bis zur Tauber bestand, oder nur an den beiden Wegdurchlässen kann leider mangels historischer Aktenlage nicht beurteilt werden. Vermutlich bestand das Wall-Graben-Hecken-System aus mehreren Gräben und Dämmen. Auch Würzburg hatte eine Landwehr, wenn auch viel länger, umfangreicher als die der Büschemes. Die alte Straße nach Dittigheim ist in ihrem Verlauf nicht identisch mit dem heutigen Radweg nach Dittigheim. Sie lag näher in Richtung der Bahnstrecke. Auch heute noch verläuft da ein Parallelweg. Die Dittigheimer Strasse nahm einen hochwasserfreieren Bereich ein. Früher war die Tauber tiefer als heute. Bodenerosion, besonders infolge des weit verbreiteten Weinbaus, führte zu Auflagerungen des Flussbettes und der Uferbereiche. Insofern nahmen die Hochwässer im Laufe der Jahrhunderte auch immer mehr Höhenbereiche ein. Und überschwemmten dann die Ortsbereiche von Dittigheim und Büscheme immer höher. Von Lauda aus gab es auf der linken Tauberseite einen Bischofsheimerweg, der weiter oben als der heutige Radweg verlief. Insofern ist die Dittigheimer Straße auch schon früher eine Straße bzw. Weg in Richtung Lauda gewesen. Also eigentlich eine Laudemer Straße, ein Laudemer Weg. 


 





 


 

 

 

 

 





 




Links die heutige Dittigheimer Straße, vor dem Miltenberger Tor abgehend, vor der Vorstadt, der Voorschd