Gissigheimer Pfad - Metzgerstein (Brehmer Straße - "Premer Straß")

Der Metzgerstein steht an einsamer Stelle. Nicht nur ein seltener Bildstock sondern auch ein eher seltsamer. Da der Bildstockersteller mit seinem Beruf, Metzgerberuf und seinem Schlachtvieh abgebildet ist. Und mit begleitendem Hund. Eine Darstellung einer profanen Tätigkeit (dem über den Berg gehen) ist absolut selten gegenüber sakralen religiösen Darstellungen. Der Bildstock gibt auch Auskunft über die Erstellung:

"Ich Jörg Weimer Burger und Metziger zu Bischofsheim hat dies Bilt got zu Lob und Ehr Dahier Machen lasen Diweil ihn got mit Gesundtem Leib so oft über den Berg aus und ein geholfen. Got wol ihm und den seinigen allen frommen Metzigern weiter und länger Genadt verleih Durch Jesus Christum Amen 1608."

 

Der Gissigheimer Pfad weist den alten Wegecharakter auf. Steiler Anstieg in die Höhe, Hohlwegcharakter. Teilweise fällt der Weg knapp am Rand tief in eine Schlucht hinab. Fast senkrecht. Was dem Weg wohl auch einen gefahrvollen Charakter gab. Verdunkelt von der begleitenden Bewaldung. Es gibt auf der Büschemer Gemarkung einige Mordkreuze bzw. Sühnekreuze, die tatsächliche Gefahren aufzeigen. Sei es Überfall, sei es Unfall. Von einer Errettung des Schlachtviehs ist nichts bekannt. Es gibt allerdings eine Spukse, die von einem Mordkreuz an der Stelle des Metzgersteines berichtet.

 

Der Gissigheimer Pfad geht in der Siedlung des Dittwarer Bahnhofes in den Wieselweg über. Hier findet man auch die Bezeichnung dieses Berges als Wieselberg wieder.

 

Wenn die Gissigheimer in Büscheme etwas kaufen mussten, nutzten sie den Gissigheimer Pfad. Nach Franz Gehrig in der Gissigheimer Chronik von 1969 war der Gissigheimer Pfad Teil der Straße nach Brehmen (Premer Straß). Auf alten topographischen Karten kann der Verlauf gut nachvollzogen werden. Die Flurbereinigung hat inzwischen den Verlauf verschwinden lassen. Und möglicherweise auch mehr als nur ein kleinregionaler Verbindungsweg sondern Teil eines alten Fernweges Richtung Neckar / Rhein war. Der über Büscheme, die Tauberfurt, in Richtung der Mainübergänge in Würzburg und Kleinochsenfurt führte.


Manger war ein Taugenichts aus Gissigheim. Nach seinem Tode ging er in Gissigheim um. Schaute aus dem Fenster heraus, verwünschte die Vorbeigehenden. Als es gelang, den Geist in einen Krug zu bannen, verbrachte man diese in die tiefste Schlucht der Umgebung. Das war der Mangersgraben. Eine Dittwarer Sage, in Büscheme und Gissi eher unbekannt.

 

Auch in der Sage "Der Goldschatz im Eierkorb" spielt der Gissigheimer Höhenweg eine Rolle. Bischemer kamen den Gissigheimer Pfad herunter, sie hatten Eier gekauft. In der Nähe des Dittwarer Brückleins über den Brehmbach wurde der Eierkorb sehr schwer. Ein winzig kleines Männlein saß im Korb. Das fuhr heraus  wie der Blitz und mit viel Gelächter, verschwand im Wiesenbachwald. Zuhause stellten die Fauen fest, dass sie nun statt Eier Golddukatenstücke im Korb hatten. Das Patrismännlein war ihnen erschienen. Und hatte nichts Böses sondern sehr Gutes getan. Heutzutage werden viel zu selten Eier im Korb den Gissigheimer Pfad herunter getragen, um verifizieren zu können, ob das Patrismännlein immer noch gern im Korb mitreist und Eier in Golddukatenstücke verwandelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verlauf Gissigheimer Pfad - Brehmer Straße um 1890